„Giardien“ – Parasiten beim Hund

Heutzutage ist es in aller Munde: „Giardien bei Hunden und Katzen“. Durchfall wird oftmals mit Giardien in Verbindung gebracht und als Ursache genannt. Mittlerweile wird dem Tierhalter von Hund oder Katze vermittelt, dass Giardien die Weltherrschaft übernehmen könnten.

Teils nimmt das Thema sogar hysterische Züge an und geht sogar manchmal so weit, dass alle Tiere und eventuell sogar wir Menschen von den Biestern vernichtet würden.

Diese Panik und Verunsicherung zum Thema Giardien wird sicherlich durch viele Tierärzte und insbesondere durch die Weiten des Internets noch verstärkt. Leider geben viele oft nur was vom Hören sagen weiter oder haben selber kaum Ahnung von dem Thema.

Weil ich das Thema erst mit dem eigenen Hund durchgemacht habe, möchte ich heut ein mal das Thema Giardien beleuchten und die ein oder andere Panikmache (einige Schulmediziner) entschärfen.

Wie ich bei unserem Welpen mit Giardien fertig geworden bin, kann in meinem Artikel „Welpe mit Durchfall“ nachgelesen werden.

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„Es wird aber ganz sicher viel zu viel getestet und demzufolge auch viel zu viel therapiert.“

Dr. Rückert, Tierarzt (http://www.tierarzt-rueckert.de)

Was sind Giardien?

Giardien sind eine Gattung von mikroskopisch kleinen Dünndarm-Parasiten. Sie kommen weltweit bei Säugetieren, aber auch Reptilien, Amphibien und Vögeln vor. Giardien werden stets über einen fäkal-oralen Infektionsweg übertragen.

Diese einzelligen Mikroorganismen sind Zoonoseerreger¹ und können sie nicht nur für den Hund, sondern auch für uns Menschen gefährlich werden. Giardien haben eine birnenartige Gestalt und nutzen für die Fortbewegung Geißeln (fadenförmige Gebilde).

Mit Hilfe ihrer Bauchhaftscheiben setzen sich diese Darmparasiten an der Darmwand ihres Wirtes fest. Sie dringen also nicht ins Gewebe ein.

Eine Giardiose entsteht dann, wenn die passenden Voraussetzungen gegeben sind und sich die Parasiten millionenfach vermehren können. Das massenhafte Auftreten der Parasiten kann die Dünndarm-Wand massiv schädigen.

Durch das Besetzen/Zerstören der mikroskopisch kleinen aber lebenswichtigen Darmzotten blockieren die Giardien die Nährstoffaufnahme im Dünndarm.

Übertragung von Giardien

Giardien werden über den Kot ausgeschieden und sind in der Lage sich mit einer Hülle zu schützen. Durch diese Schutzhülle haben sie die Möglichkeit nicht nur Tage sondern Wochen geschützt zu überleben, bis sie letztendlich einen neuen Wirt gefunden haben.

Die Parasiten können im Normalfall durch hygienische Mängel, aber auch über verschmutztes  Wasser, Kot oder befallene Nahrungsmittel übertragen werden. Bereits eine einzelne Stubenfliege kann Giardien, z. B. vom Kot auf dem Rasen in den Futternapf ins Haus mitbringen und somit auf das jeweilige Tier übertragen.

 

Wieviele Hunde sind betroffen?

Bei wissenschaftlichen Untersuchungen wurden Giardien-Erreger bei ausgewachsenen Hunden 16% und bei Welpen sogar 70% nachgewiesen. Aufgrund der in diesem Bereich eher ungenauen Tests muss allerdings mit einer Dunkelziffer von fast 100% gerechnet werden.

Vermuten lässt diese Tatsache, dass Giardien, genau wie einige andere Bakterien und Pilze ein Bestandteil der normalen Darmflora vom Hund darstellen. Da aber das Immunsystem gelernt hat mir diesen Parasiten umzugehen, erkranken nur die wenigsten Hunde daran.

 

Wie gefährlich sind Giardien?

Wie oben beschrieben beherbergen Hunde und Katzen, aber auch Menschen diesen Parasit fast unbemerkt im Darm, ohne das jemals Krankheitssymptome auftreten. In den meisten Fällen verhalten sich die Giardien unauffällig und sind eher „harmlose Darmbewohner“, die sich vom durchströmenden Nahrungsbrei ernähren.

Erst wenn beim Hund von einer Giardien Infektion die Rede ist, wird die Angst groß. Wird die Diagnose gestellt, reagieren viele Hundebesitzer regelrecht panisch. Natürlich sollte das Ansteckungsrisiko nicht unterschätzt werden und gewisse Hygienemaßnahmen eingehalten werden.

Letztlich aber lösen ein schwaches Immunsystem, entzündliche Prozesse und eine massenhafte Vermehrung der Parasiten erst die eigentlich Erkrankung Giardiose aus.

 

Giardiose beim Hund² – was ist das?

Eine Gardiose ist eine durch Giardien hervorgerufene häufige Durchfallerkrankung des Hundes. Diese ist hochgradig ansteckend. Die im Dünndarm angesiedelten Parasiten stehlen dem Hund wichtige Nährstoffe und verursachen Entzündungen sowie Durchfall.

Syptome einer Giardien Infektion können auch Blähungen, Fettkot, Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit sein.

Merke: Eine Gardiose bzw. Giardien entstehen im Regelfall trotz chemischer Wurmkur und ständiger Entwurmung! Eher können Chemiebomben dem Immunsystem des Hundes mehr schaden als nutzen. Ein gesundes und stabiles Immunsystem kommt in der Regel allein mit den Parasiten klar.

Giardien beim Welpen

Für eine Gardiose sind besonders Welpen anfällig. So könnte man die Erkrankung als eine Art „Kinderkrankheit“ ansehen. Denn gerade wenn die Welpen in ihr neues Zuhause einziehen und von Ihrer Mutter und Geschwistern getrennt werden, stehen diese unter einem enormen Stress.

Auch neue Geräusche, Gerüche, Menschen und eventuell Tieren in der vollkommen neuen Umgebung tragen ihren Betrag dazu bei. Der pure Stress kann das Immunsystem des Welpen schwächen und es anfälliger werden lassen.

Zudem ist die Neugier des Welpen extrem groß. Alles muss beschnüffelt untersucht und abgeleckt werden. Da kommt ein Welpe schon mal schnell mit Giardien in Berührung und hat sich „ruck zuck“ angesteckt.

Also bitte nicht immer sofort die Schuld beim Züchter, der Hundevermittlung oder beim Tierheim suchen. Ein bereits geschwächtes Immunsystem, Impfungen, Wurmkuren und eventuelle Futterumstellung usw. tun ihr Übriges und ebnen der Giardiose den Weg.

 

Diagnose einer Gardiose

Da es sich bei der Gardiose um eine Darminfektion handelt, wird diese über den Kot nachgewiesen. Der Giardien Test sollte am Beginn der Therapie vorgenommen werden. Ein Beweis zur Giardien Freiheit nach der Therapie macht wenig Sinn und kostet nur unnötig Geld. Hier gibt es verschiedene Verfahren.

 

1. Mikroskopische Untersuchung

Bei der mikroskopischen Untersuchung wird eine geringe Menge vom Kot auf einen Objektträger gestrichen, mit Kochsalzlösung vermischt und einem Deckgläschen verschlossen. Unter einem Mikroskop wird dann nach beiden Lebensformen der Giardien gesucht, den Trophozoiten oder Oozysten.

Vorteil dieser Untersuchuchung: es können auch Hinweise auf andere Parasiten, wie Würmer, gefunden werden. Zudem kann eine Aussage über die Stärke des Giardienbefalls getroffen werden. Die Probe kann vorher auch angereichert werden, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, um überhaupt Giardien zu finden.

 

2. Laboruntersuchung / immunologischer Nachweis

Mit Hilfe eines Teststreifens (ELISA oder PCR Test) wird im Labor eine Sammelkotprobe überprüft. Da es sich bei dem ELISA Test um einen Schnelltest handelt, sind nur erregerspezifische Antigene nachzuweisen.

Ein großer Nachteil dieses Testes ist seine Ungenauigkeit. Zudem liefert der Test keinerlei Hinweise darauf, wie stark das Tier von Giardien befallen ist. Das Testergebnis ist entweder positiv oder negativ. Übrigens wird der ELISA Test auch gern zum Nachweis einer Zeckeninfektion/Borreliose verwendet.

 

3. Giardien Schnelltest für zuhause

Einen Giardienschnelltest für zuhause können Sie online oder im Handel erwerben. Der Test ist einfach in seiner Anwendung und eine erste gute Möglichkeit auf Giardien zu testen ohne gleich zum Tierarzt zu müssen.

Des Weiteren gilt er als sehr zuverlässig, dient allerdings ausschließlich zum Nachweis noch lebender Giardien. Mit diesem Test kann man nicht auf Giardien-Zysten testen.

 

Behandlung und Therapie von Giardien

Leider gibt es bislang immer noch keine Medikamente, die in der Lage wären Giardien vollständig im Körper zu vernichten. Bei einer akuten Gardiose wird in der Regel auf Fenbendazol³ zurückgegriffen. Gern wird bei Giardien auch eine Behandlung mit Panacur (Wirkstoff Fenbendazol) durchgeführt. Aber es können auch Metronidazol, Febantel, Spartrix oder Albendazol (als Reserve) zum Einsatz kommen.

Wenn es sich allerdings nicht um einen Extremfall handelt, ist meiner Meinung, nach gerade bei Welpen dieser Standardansatz mitunter der falsche Weg. Warum? Wie wir bereits wissen, tummeln sich auch in einem gesunden Hund Giardien. Der Ausbruch einer Gardiose ist in der Regel eher ein Anzeichen auf ein schwaches Immunsystem oder eine schlechte Darmflora.

Demnach sollten die Symptome (Giardien) nicht unbedingt immer chemisch behandelt werden, sondern eher die Ursache bekämpft werden. Entscheidend ist hier das Immunsystem und die Darmflora.

aus meinem Artikel: Optimale Hundegesundheit
Darmflora & Immunsystem

Was noch vor 10 Jahren als Hokuspokus abgetan wurde wird heute kräftig umworben. Dabei steht schon lange fest, dass sich 80% der Immunzellen im Darm befinden. Darm und Immunsystem sind also unabdingbar miteinander verbunden und somit auch voneinander abhängig. Ist der Darm gesund, kann sich das Immunsystem um andere „Baustellen“ im Körper kümmern. Ist der Darm „krank“, wird sich das Immunsystem auf den Darm konzentrieren und verliert somit andere Krankheiten aus den Augen.

Natürlich sollte man gerade bei schweren Symptomen und länger anhaltender Krankheit den Tierarzt aufsuchen. Gerade beim Welpen kann es zu Wachstumsstörungen oder Mangelerscheinungen kommen und das darf man auf keinen Fall auf die leichte Schulter nehmen.

Auch sollten Sie unbedingt beim Welpen auf eine gute und ausgewogene Ernährung achten, denn auch extreme Störungen des Allgemeinbefindens können eine Folge sein.

ACHTUNG: Die kurze Gabe von Antibiotika als Akut-Therapie kann sinnvoll sein. Gerade bei einem massiven Befal kann Antibiotika eine schnelle Entlastung bringen und die Parasiten zurückdrängen. Allerdings ist nach der Gabe von Antibiotika extrem wichtig, das Immunsystem und die Darmflora wieder aufzubauen.

Giardien-Rückfall?!

Oft höre ich von einem Rückfall und einer erneuten Giardieninfektion eines Tieres. Kann das vielleicht sogar an der Gabe und Therapie mit der Chemiekeule liegen? Fakt ist, dass gerade mal 10 überlebende Giardien die Krankheit wieder ausbrechen lassen können.

Die Wahrscheinlichkeit alle Erreger im Verdauungstrakt des Hundes pharmazeutisch abtöten zu können, ist verschwindend gering. Denn zum einen verstecken sich die Parasiten gern im Gallengang oder entwickeln sogar Resistenzen gegenüber den chemischen Wirkstoffen.

Letztendlich muss das Immunsystem allein mit den Erregern fertig zu werden und selber lernen die Biester an der Darmwand in Schach zu halten. Hat das Immunsystem dieses nicht gelernt oder ist gar geschwächt, wird es zwangsläufig zu erneuten Rückfällen kommen.

Meinen Sie nicht auch, das eine ständige Verabreichung von pharmazeutischen Medikamenten, dem Immunsystem und besonders die Darmflora des Hundes, auf Dauer eher schadet als nutzt? Greifen Sie doch einfach mal auf ein natürliches Mittel zur Bekämpfung der Giardien zurück… was haben Sie zu verlieren?

Hausmittel gegen Gardien

Ein altes aber sehr bewährtes Hausmittel, was leider in Vergessenheit geratenen ist, ist die Morosche Karottensuppe bei Giardien. Gerade bei Durchfallerkrankungen war es Früher die erste Wahl, denn chemisches Antibiotika gab es noch nicht.

Besonders in der Kinderheilkunde war es ein natürliches Antibiotika und erprobtes Heilmittel. 1908 hat das Rezept Professor Dr. Ernst Moro (Kinderheilkunde) aus Heidlberg erfunden.

Es scheint so, als wenn diese einfache Möhrensuppe dem industriell hergestelltem Antibiotika, gerade bei einer Daminfektion und somit auch bei Giardien, immer noch haushoch überlegen ist.

Dabei greift die Möhrensuppe weder das Immunsystem noch die Darmflora an, sondern verhindert lediglich das „andocken“ der Parasiten an der Darmwand. Durch diese einfache Blockade unterstützt und reinigt sie auf natürliche Weise den Darm und entlastet das Immunsystem.

Giardien besetzen „Andockstellen“.

Morosche Karottensuppe blockiert die „Andockstellen“. Parasiten werden natürlich mit dem Nahrungsbrei herausgespült.

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„In der Natur ist uns alles gegeben, was wir zum Schutz und zur Erhaltung der Gesundheit brauchen.“

Alfred Vogel (1902 – 1996)

REZEPT

Morosche Karottensuppe

reiner Arbeitsaufwand ca. 30 Minuten, Zeit inklusive Kochzeit 2,5 Stunden

  • nehmen Sie handelsübliche Karotten, für das Grundrezept 1 kg
  • je nach Hundegröße und Vorratshaltung kann aber auch gleich sehr viel mehr vorgekocht und eingefroren werden
  • Karotten waschen, die Enden abschneiden und je nach Qualität und Zustand schälen, in kleinere Stücke schneiden
  • mit Wasser in einem großen Topf aufgießen und einmal voll aufkochen lassen
  • jetzt die Kochzeit aufnehmen: ab jetzt eineinhalb Stunden (90 Min) auf niedrigerer Stufe vor sich hin köcheln lassen
  • zur Erinnerung: unser Ziel ist es bestimmte Zuckermoleküle, sogenannte Oligosaccharide in den Möhren zu erzeugen
  • während der langen Kochzeit, immer wieder Wasserstand kontrollieren und ggf. etwas Wasser nachgießen
  • danach die Karotten abtropfen lassen und Gemüsesaft auffangen
  • Karotten pürieren, mit einem Elektromixer oder durch ein Sieb drücken – wenn gar nichts zum Pürieren da ist notfalls gut mit der Gabel zerdrücken
  • Wichtig! Um so feiner püriert wird – um so besser kommen die Oligosaccharide an die Darmwand
  • den aufgefangenen Gemüsesaft (Kochwasser) zum Karottenpüree dazu geben
  • etwa 1 Gramm Kochsalz dazugeben (1 Teelöffel), ggf. den Tierarzt fragen ob darauf verzichtet werden soll, wenn z.B. eine Nierenerkrankung vorliegt
  • die Konsistenz der Suppe sollte wie dicke Buttermilch sein
  • abkühlen lassen bis es handwarm oder kälter ist

Quelle: http://www.erste-hilfe-beim-hund.de/

Wirkungsweise der Morosche Karottensuppe

Bis die Wirkungsweise der Moroschen Karottensuppe verstanden wurde, vergingen Jahrzehnte. Letztendlich konnte festgestellt werden, dass durch das übermäßig lange Kochen der Möhren ein ganz spezielles aber natürliches Zuckermolekül (Oligosaccharide) entsteht, was sich dann an der Darmwand andockt.

Das blockieren der exklusiven Andockstellen durch die Morosche Karottensuppe führt dazu, dass die Parasiten (z. B. Giardien) keinen Halt mehr an der Darmwand finden und einfach auf natürliche Weise mit dem Nahrungsbrei „herausgespült“ werden.

Wichtig: Die Morosche Karottensuppe verliert ihre Wirkung wenn sie mit dem Futter zusammen gefüttert wird.

Empfehlung: Bitte geben Sie Ihrem Hund die zimmerwarme Möhrensuppe 3-4 mal täglich in kleinen Portionen etwa 30min vor jeder Mahlzeit, damit die Suppe die Andockstellen blockieren kann. Nach 1-2 Tagen sollte sich bereits eine Besserung des Durchfalls einstellen.

Wenn ein hartnäckiger Giardien Infekt vorliegen sollte, empfiehlt es sich die Gabe auf mindestens 1-2 Wochen auszudehnen. Empfehlenswert ist die Morosche Karottensuppe auch für Menschen, die mit dem Hund Kontakt haben.

 

Ernährung bei Giardien

Nicht nur die Abwehr von Giardien sollte im Vordergrund stehen, sondern auch die passende Ernährung. Oberste Priorität sollten daher eine Schonkost sowie die Stärkung des Immunsystems haben.

 

Was füttern bei Giardien?

In erster Linie ernähren sich Giardien von Kohlenhydraten und leider sind diese extrem in Trockenfutter enthalten. Daher empfiehlt es sich auf kohlenhydratarmes und eiweißreiches Nassfutter umzusteigen oder selber zu kochen bzw. barfen.

HINWEIS: Auch beim Nassfutter gibt es einige Unterschiede. Wichtig ist auf einen hohen Fleischanteil zu achten und Anfangs auf nur eine Fleischquelle (am besten Geflügel) zu wählen. Schauen Sie sich unbedingt die Zusammensetzung an!

Das Futter bei Giardien sollte auf jeden Fall kohlenhydratarm sein. Dennoch sollte nicht ganz auf Kohlenhydrate in Form von Kartoffeln oder Reis verzichtet werden. Immerhin benötigt auch die normale Darmflora Kohlenhydrate als Energielieferant für eine erfolgreiche Parasitenabwehr.

Mein Futtertipp: Gockel´s Duett Nassfutter mit extra Fructo-Oligosaccharide⁴ für den Darm

 

Hygienemaßnahmen bei Giardien

Je konsequenter Sie vorgehen, desto eher stellt sich ein Erfolg ein. Deshalb sollte neben der Therapie ein vermehrtes Augenmerk auf die Hygiene gelegt werden. Sinnvoll ist es, bei allen Hygienemaßnahmen die in Bezug mit der Giardieninfektion stehen, Gummihandschuhe zu verwenden.

Da wir aber bereits wissen, das die Biester einiges überleben und recht hartnäckig sind, brauchen Sie es mit dem Putzen auch nicht übertreiben. Ersparen Sie sich selber unnötigen Streß und vermeiden Sie überzogenen Reinigungsmaßnahmen.

Durch zu viel Streß kann zwangsläufig das eigene Immunsystem geschwächt werden und die Giardien könnten ihre Chance wittern, sich bei Ihnen „einzunisten“. Außerdem reagiert auch der Hund auf Ihren Stress, der sich dann wiederum auf ihn übertragen kann. Ein irrer Kreislauf, dem aber durch maßvolle Hygienemaßnahmen entgegen gewirkt werden kann.

Greifen Sie bei Reinigungs- bzw. Desinfektionsmittel⁵ auf eine natürliche Variante zurück. Der Hund und sein geschädigtes Immunsystem haben schon genug mit den Giardien zu tun, da braucht es nicht noch eine zusätzliche „Gefahrenquelle“.

Wichtig bei allen Hygienemaßnahmen ist aber der weitere Kontakt zum Hund. Gerade im Welpenalter ist die soziale Bindung zum Menschen bzw. zur Familie enorm wichtig und eine Isolation könnte fatale folgen haben.

 

Hilfe bei Giardien

  • sorgfältiges Einsammeln und Entsorgen vom Kot – überall!
  • Hunde Po (besonders bei langhaarigen Hunden) nach dem Geschäft mit feuchtem Tuch abwischen
  • bis auf weiteres beim Gassi gehen direkten Kontakt mit anderen Hunden vermeiden
  • Hund nicht aus Pfützen, Bächen usw. trinken lassen
  • Metall Futter- und Trinknapf verwenden, tägliche Reinigung mit kochendem Wasser
  • Spielzeug im kochendem Wasser reinigen oder bei 90 Grad waschen
  • Hundekisssen, Decken ect. nach Möglichkeit täglich tauschen, in Kochwäsche waschen
  • Transportbox desinfizieren
  • Wohnung am besten mit Dampfreiniger reinigen oder natürliche Desinfektionsmittel verwenden (Essig gegen Giardien hat sich bewährt)
  • Liegeplätze mit Zeitungen, Inkontinenzunterlagen oder Handtücher auslegen und täglich wechseln
  • wenn möglich Teppiche entfernen und Sofas mit Bettbezügen abdecken
  • Händedesinfektion vor dem Essen

 

Fazit

Mein Fazit aus eigener Erfahrung ist, dass die richtige Ernährung eine wesentlich Rolle bei der Zusammensetzung der Darmflora und das Immunsystem spielt. Ist dieser wertvolle Grundstein gelegt, bietet er eine große Sicherheit dafür, erst gar nicht an einer Giardien Infektion zu erkranken.

Einen 100% Schutz gegen die Parastiten gibt es nicht. Wir wissen jetzt, dass nahezu alle Giardien mit sich herumtragen aber nicht zwangsläufig daran erkranken müssen. So kann ein „gesunder“ Hund über den Kot ein paar Giardien ausscheiden, die allerdings für den nächsten Hund, mit einem geschwächten Immunsystem, zur Erkrankung führen können.

So ist der Kontakt mit den Parasiten in der Umwelt eher völlig normal. Jeder Körper muss eine eigene Abwehstrategie entwickeln und gerade Welpen müssen dies erst noch lernen.

Die ersten wichtigen Schritte gegen eine unverhältnismäßige Vermehrung von Giardien sind meiner Erfahrung nach: die richtige Ernährung, ein starkes Immunsystem und eine gesunde Darmflora.

PS.: Giardien, sowie übrigens auch Haken-, Band- und Spul-Würmer werden in den meisten Fällen ohne gängiges Antibiotika oder eine chemische Wurmkur in den Griff bekommen – auch bei akutem Befall!

 

 

 

 

Quellen:

¹ – https://de.wikipedia.org/wiki/Zoonose
² – https://de.wikipedia.org/wiki/Giardiose_des_Hundes
³ – https://de.wikipedia.org/wiki/Fenbendazol
⁴ – Fructo Oligosaccharide (FOS) wirken präbiotisch und fördern gleichzeitig das Wachstum von nützlichen Darm Mikroorganismen. Sie werden als vorteilhafte Lebensmittelzutat angesehen. Die Wirkungen der FOS wurden in der Tier- und Humanforschung bereits hinreichend belegt:

  • verbesserter Stuhlgang und Fettstoffwechsel
  • verbesserte Absorption von Kalzium und anderen Mineralien
  • erhöhte Immunität und Abwehr von Infektionen
  • Veränderung der Darmflorazusammensetzung und -aktivität
  • Regulation der gastrointestinalen endokrinen Peptide
  • wahrscheinliche Reduzierung des Darminfektrisiko, Darmkrebs, Osteoporose und Fettleibigkeit

⁵ – https://bessergesundleben.de/5-tricks-um-deinen-haushalt-auf-natuerliche-weise-zu-desinfizieren/

 

Bildnachweis: cazekarotten