Warum ist eine Futterumstellung überhaupt nötig?

Oftmals erfordert eine Krankheit, dass eine Futterumstellung durchgeführt werden muss. Aber auch ein Umdenken der Besitzer kann manchmal zu einer Futterumstellung führen.

Hunde die fit sind, stecken eine Futterumstellung in der Regel ohne weitere Probleme weg. Sensiblere Hunde können schon mal mit Durchfall oder anderen Anfangsschwierigkeiten reagieren.

Wie eine Futterumstellung möglichst reibungslos verläuft, lesen Sie in den folgenden Abschnitten.

 

Möglichkeiten der Futterumstellung

Grundsätzlich muss sich jeder Hundebesitzer erstmal im klaren darüber sein, das sich das Verdauungssystem des Hundes auf die aktuell gefütterte Nahrung eingestellt hat. Soll soviel heissen wie: Die jeweiligen Inhaltsstoffe des Futters (z. B. Proteine, Fette und Kohlenhydrate) werden im Magen und Dünndarm mit Hilfe von Enzymen der Bauchspeicheldrüse aufgespalten.

Wird nun das Futter umgestellt, muss sich auch die Bauchspeicheldrüse umstellen und ihre Enzyme auf das neue Futter einstellen. Dieser Vorgang dauert ein paar Tage, ist aber kein Problem für die Bauchspeicheldrüse – nur Sie sollten den Faktor Zeit im Hinterkopf behalten. Um ggf. Verdauungsprobleme zu minimieren oder ganz aus dem Weg zu gehen, sollte nicht nur der Bauchspeicheldrüse die entsprechende Zeit gegeben werden, sondern auch die Umstellung der Futtersorten nicht zu schnell geschehen.

Beim Wechsel auf B.A.R.F. wird auch manchmal gern eine radikale Umstellung mit drei Fastentage empfohlen. Allerdings müssen sich hier die Enzyme, auch wenn drei Tage Fasten angesagt ist, auf die neue Nahrung einstellen. Altes Futter, drei Tage fasten und neues Futter ist tatsächlich radikal – und zwar für Ihren Hund. Es geht aber auch anders und „schonender“, ohne das ihr Hunddrei Tage hungern muss.

Aber schauen wir uns die verschiedenen Umstellungsmöglichkeiten mal genauer an.

 

Futterumstellung B.A.R.F auf Nassfutter

Wer von B.A.R.F. auf Nassfutter umstellen will, sollte zu einem hochwertigen Nassfutter greifen um eine problemlose Umstellung zu gewährleisten. Mit hochwertig ist gemeint, dass im Futter ein hoher Fleischanteil gegeben ist und es frei von Konservierungsstoffen, Farbstoffen, Geschmacksverstärkern und Zucker sein sollte. Wenn Sie ein minderwertiges Futter auswählen, kann es Ihnen passieren, das Ihr Hund das Futter stehen lässt.

Dabei geht es dem Hund nicht um den Preis. Eher geht es Ihrem Hund um die Bestandteile die enthalten sind und nichts mit einer natürlichen Ernährung gemein haben. Natürlich gib es auch die „Nimmersatten“ wie z. B. Labrador oder Beagle, die einfach alles fressen was ihnen vorgesetzt wird. Folgen der Umstellung auf ein minderwertiges Futter können Blähungen, Durchfall, Bauchschmerzen oder ähnliche Symptome sein.

Warum? Weil das Verdauungssystem des Hundes mit den minderwertigen Bestandteilen des Futters überfordert ist und entsprechend reagiert. Daher sollten Sie in jedem Fall auf ein hochwertiges und gesundes Nassfutter zurückgreifen, das die Gesundheit ihres Hundes unterstützt und fördert.

Es gibt mittlerweile auch gefriergetrocknetes B.A.R.F. (z. B. Easy Barf von Anifit) mit dem man arbeiten kann und schon sehr gut angenommen wird.

 

Futterumstellung B.A.R.F auf Trockenfutter

Da B.A.R.F. und Nassfutter mehr gemeinsam haben als B.A.R.F. und Trockenfutter, ist die Umstellung hier etwas schwieriger. Das Verdauungssystem des Hundes hat mehr Arbeit mit Trockenfutter, als es das mit B.A.R.F. oder Nassfutter hat. Daher muss die Futterumstellung langsamer bzw. schrittweise und schonend verlaufen. Der Zeitraum sollte länger dauern da die Umstellung Schrittweise erfolgen sollte. Bei dieser Umstellung sind zwei Mahlzeiten vorausgesetzt. Die erste BARF-Mahlzeit wird mit einer Mahlzeit Trockenfutter ersetzt und die zweite Mahlzeit wie gewohnt als BARF. Nach ein paar Tagen wird dann auch die zweite Mahlzeit mit Trockenfutter ersetzen.

In rohem Fleisch aber auch im Nassfutter ist viel Flüssigkeit enthalten. Damit der Hund das Trockenfutter besser verdauen kann und einen ähnlichen Flüssigkeitsbedarf bekommt, ist es ratsam das Trockenfutter mit lauwarmen Wasser zu geben. Bei jeder Futterumstellung ist es wichtig den Stuhlgang zu beobachten. Gerade von BARF auf Trockenfutter kann es zu Verstopfung kommen, was aber durch den Zusatz von laufwarmen Wasser verhindert werden kann.

 

Wenn Trockenfutter dann mit hohem Fleischanteil

Bei einer Umstellung von BARF auf Trockenfutter gilt das Gleiche wie bei der Umstellung auf Nassfutter – die ausgewählte Sorte Trockenfutter sollte einen hohen Fleischanteil beinhalten.

TIPP 1: An Hand der Zutatenliste auf der Futterpackung sollte danach der Fleischanteil an erster Stelle stehen, denn die Bestandteile des Futters werden nach Menge absteigend aufgelistet. Steht also die Fleischsorte an erster Stelle ist dieses der Hauptbestandteil. Vorsicht: bei vielen Trockenfuttersorten steht Getreide an erster Stelle und ist damit Hauptbestandteil. Der Hund verdaut Getreide zwar besser als der Wolf, aber trotzdem sollte Getreide – wenn enthalten – nur einen geringen Anteil des Futters ausmachen.

TIPP 2: Auf Grund der schonenden Herstellung und dem Erhalt von wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen die nicht künstlich zugesetzt werden müssen, empfiehlt es sich auf kaltgepresstes Trockenfutter zurückzugreifen.

 

Futterumstellung Trockenfutter auf Nassfutter

In der Regel wird Nassfutter gern von Hunden angenommen. Dennoch sollte auch hier die Umstellung stufenweise erfolgen und nicht radikal, denn sonst können Blähungen und Durchfall die Folge sein. Auch hier muss den Verdauungsvorgängen genügend Zeit für die Umstellung von“trocken“ auf „nass“ gegeben werden.

Bei der schonenden Umstellung wird dem Verdauungssystem genügend Zeit gegeben sich auf das neue Futter einzustellen. Dabei kann die gewohnte Mahlzeit (Trockenfutter) mit etwas Nassfutter gemischt werden. Der Anteil des Nassfutters kann dann nach und nach erhöht werden bis das Trockenfutter komplett ersetzt worden ist. Die richtige „Geschwindigkeit“ entnehmen Sie dem  Stuhlgang des Hundes.

Dauer der Futterumstellung

Der Zeitraum für eine Futterumstellung hängt von verschiedenen Faktoren ab. Hier ein paar Beispiele:

  • Alter des Hundes
  • Wie lange hat der Hund das „alte“ Futter bekommen?
  • Ist der Hund eher robust oder sensibel?
  • Ist der Hund gesund oder wird das Futter aufgrund einer Krankheit umgestellt?
  • Hat der Hund einen akuten Parasitenbefall?
  • Wurde der Hund gerade geimpft?
  • Bekommt der Hund Medikamente?

 

Dauer der Futterumstellung

  • Welpen ca. 10 Tage
  • Senioren ca. 1 – 2 Wochen
  • Von Barf auf Nassfutter ca. 5 – 7 Tage
  • Von Barf auf Trockenfutter ca. 7 – 10 Tage
  • Von Trockenfutter auf Nassfutter ca. 7 Tage
  • Von Nassfutter auf Trockenfutter ca. 2 – 4 Wochen

 

Nebenwirkungen und Symptome einer Futterumstellung

Wenn das neue Futter zu schnell umgestellt wird – von jetzt auf gleich – kann es bei sensiblen Hunden zu Durchfall, weichem Kot, Verstopfung oder auch Appetitverlust kommen. Gerade deshalb sollte auf eine radikale Umstellung verzichtet werden, da solche abrupten Futterwechsel, wenn überhaupt, nur für sehr robuste Hunde geeignet ist.

Selbst bei einer stufenweisen und schonenden Umstellung kann es Anfangs zu „Nebenwirkungen“ kommen. Allerdings sind in der Regel Blähungen, breiiger Kot, ggf. Durchfall und leichte Verstopfung aber nur vorübergehend und verschwinden innerhalb weniger Tage von selbst.

Einige Symptome können aber auch auf eine Entgiftung hinweisen. Wenn sich der Hund kratzt oder Blut im Kot hat, ist das ein Zeichen für die Ausscheidung von Schadstoffen. Diese Symptome treten häufig dann auf, wenn vorher ein minderwertiges Futter mit chemischen Zusätzen gefüttert wurde. In der Phase der Futterumstellung und der dazugehörigen Entgiftungsphase kann der Hund schlapp oder unruhig sein. Diese Symptome sollten jedoch nach einigen Tagen wieder abklingen.

Auch wenn aller Anfang schwer ist und anfängliche Nebenwirkungen mit sich bringen, sollte man sich immer die langfristigen Vorteile der Umstellung auf hochwertiges Hundefutter vor Augen führen:

  • das glänzende Fell
  • der Hund ist aktiver und fit
  • kein Mundgeruch
  • besserer Kot
  • der Vierbeiner haart weniger

 

Futterumstellung auf ein gesundes Hundefutter

Lassen Sie es langsam angehen, Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. Eine schonende Umstellung von ca. 10 Tagen und die damit langsame Gewöhnung an das neue Futter, ist für Ihren Vierbeiner auf jeden Fall besser. So hat auch das Verdauungssystem des Hundes die Chance, sich auf das neue Futter einzustellen.

Da sensible oder ältere Hunde einen längeren Zeitraum für die Futterumstellung brauchen, kann dieser auf sechs Wochen ausgedehnt werden. Wenn Sie einen Senior übernehmen der jahrelang mit minderwertigem Futter ernährt worden ist, braucht der Magen-Darm-Trakt entsprechend länger Zeit um sich auf das neue hochwertige Futter einzustellen.

Aber selbst bei sensiblen oder mäkeligen Hunden hat die Erfahrung gezeigt, dass sie eine Umstellung auf gesundes und hochwertiges Futter gut vertragen.

Merke: „In der Ruhe liegt die Kraft“

Futterumstellung bei Krankheiten

Manchmal zwingen aber auch Krankheiten den Tierbesitzer das Futter seines Lieblings umzustellen. Anbei ein paar Beispiele wieso, weshalb und warum ggf. eine Krankheit entsteht oder wie durch die Auswahl eines hochwertigen Futters eine Besserung erzielt werden kann.

 

Analdrüsen

Die Ursache von Analdrüsenproblemen liegt immer an einer Störung des Stoffwechsels. So kann eine Stoffwechselstörung z. B. vom Futter abhängig sein. Wird der Stoffwechsel des Tieres dauerhaft belastet, führt das unweigerlich zu dauerhaft weichem Kot und damit zur Verstopfung/Verklebung der Analdrüse. Abhilfe kann man schaffen, indem man auf hochwertiges Hundefutter umstellt, das zur Entlastung des Stoffwechsels beiträgt.

Aber es gibt auch andere Ursachen für ein Stoffwechselprobleme, die nichts mit dem Futter zu tun haben. So kann der Stoffwechsel beispielsweise durch die Gabe von chemischen Wurmkuren, Parasitenmitteln oder Medikamenten belastet werden. Auch eine hormonelle Störung des Organismus kann Auslöser für eine verstopfte Analdrüse sein.

 

Allergie

Oftmals tritt eine Allergie auf, weil eine Unverträglichkeit auf bestimmte Futterbestandteilen vorliegt. Die Symptome sind unterschiedlich und können sich in Form von sprödem Fell, Juckreiz und übermäßigem Haarausfall bis hin zu Koliken, Erbrechen, Blähungen oder Durchfall zeigen.

So enthalten viele minderwertige Futtermittel meist chemische Zusatzstoffe und andere ungesunde Bestandteile die auf eine Allergie zurückführen können. Viele Hunde reagieren auf Getreide, sodass der Hund auf ein getreidefreies Futter umgestellt werden sollte. Aber auch auf Zucker, Konservierungsstoffe, Farbstoffe, Lock- oder Füllstoffe und weitere Zusatzstoffe sollte verzichtet werden.

Oft ist es schwierig den Verursacher „dingfest“ zu machen. Bei einer Fleischallergie kann man mit einem Ausschlussverfahren dem Verursacher auf die Spur kommen. So füttert man über ein paar Tage ausschließlich eine Fleischsorte. Hat man herausgefunden, auf welche Fleischsorte (Proteinquelle) der Hund reagiert, nimmt man diese von der zukünftigen Speisekarte des Hundes herunter. Für sensible Hunde eignet sich auch ein hypoallergenes Nassfutter. Hypoallergenes Trockenfutter sollte schonend kaltgepresst sein.

 

Bauchspeicheldrüsenentzündung

Wie oben beschrieben, werden in der Bauchspeicheldrüse die Enzyme, die für die Spaltung der Nährstoffe zuständig sind, gebildet und zusammengesetzt. Ist die Funktion der Bauchspeicheldrüse eingeschränkt, kann der Hund die Nährstoffe des Futters nicht mehr verwerten und man spricht von einer Pankreatitis. Daraus resultiert über kurz oder lang ein Nährstoffmangel.

Hunde mit Pankreatitis sollten auf ein leicht verdauliches und fettarmes Futter umgestellt werden. Das Hundefutter sollte genügend Kohlenhydrate enthalten, die allerdings auch leicht verdaulich sein müssen. Die Tagesrationen sollten auf mehrere kleine Portionen aufgeteilt werden um das Verdauungssystem zu entlasten.

Ob der Hund zusätzlich Nahrungsergänzungsmittel braucht, damit der Bedarf an Mineralstoffen, Vitaminen und anderen Nährstoffen abgedeckt wird, sollte mit dem Tierarzt abgesprochen werden. Denn wenn die Bauchspeicheldrüse die Enzyme nicht mehr herstellen kann, werden Präparate notwendig, um diese Enzyme zu ersetzen.

 

Blasensteine

Blasensteine (Harnsteine) sind bei Hunden heute keine Seltenheit mehr. Dabei besteht nicht selten ein Zusammenhang zwischen der Erkrankung und falscher Ernährung. Falsche Ernährung heisst nichts anderes als: Das Hundefutter enthält zu viele künstliche Zusatzstoffe. Je nach Art des Blasensteins bekommt der Hund durch das ausgewählte Futter Überfluss an künstlichen Spurenelementen oder künstlichen Mineralstoffen.

So kann z. B. ein zu hoher Anteil von Phosphor und Magnesium im Hundefutter die Bildung von Struvitsteinen begünstigen.

Allerdings gibt es auch Hunderassen, die auf Grund ihrer genetischen Disposition, anfälliger für die Entwicklung von Blasensteinen sind. Dazu gehören unter anderem Cocker, Dalmatiner, Mops und Bulldoggen. Aber auch bei diesen Rassen kann man mit einem gesunden Hundefutter das Risiko für Blasensteine minimieren.

 

Giardien

Giardien sind einzellige Darmparasiten die ihr Unwesen im Darm treiben und in der Regel zu Durchfallerkrankungen führen. Betroffen sind meist Welpen deren Darmflora noch nicht aufgebaut ist oder erwachsene Hunde mit einer instabilen Darmflora. Nur bei einer instabilen Darmflora können sich die Einzeller an den Darmwänden festsaugen und sich vermehren.

Bei einer stabilen Darmflora und dem daraus resultierenden intakten Immunsystem werden diese Parasiten in Schach gehalten. Aber auch Zucker spielt eine nicht unbedeutende Rolle bei der Vermehrung und dem Selbsterhalt von Giardien.

 

Was sind Giardien überhaupt, wie ernähren sie sich und was hält sie am Leben?

Man schätz heute, dass bis zu 70% aller Hunde infiziert sind. Aber keine Panik, das war vermutlich schon früher so, man konnte dieses nur nicht nachweisen. Sind die Giardien erst mal da, wird man sie sein Leben lang nicht mehr los – so meine Erfahrung – man muss lernen mit ihnen zu leben und sie in Schach zu halten – Thema: gesunde Darmflora. Darum merke: Nicht nur ein positiv getestetes Tier scheidet Giardien aus, sondern auch ein negativ getestetes kann Giardien ausscheiden.

Wie ernähren sich aber diese Parasiten, die Einzeller sind und kleine Mitochondrien beherbergen? Im Gegensatz zu uns, können Giardien keine Energie durch Verbrennen von Zucker mit Sauerstoff erzeugen. Sie müssen auf anaerobem Weg (ohne Sauerstoff) ihre Energie herstellen. Dieser Gärungsweg zur Energiegewinnung liefert nur ein 18tel der Energie gegenüber dem aeroben Weg (mit Sauerstoff). Diesen Weg nutzen übrigens auch aggressive Krebszellen.

Also brauchen Giardien eine riesige Menge an Zucker um ihren Selbsterhalt sowie ihre Vermehrung zu gewährleisten. Diesen Zucker bekommen sie heutzutage reichlich mitgeliefert – in Form von Stärke, über die übliche Fütterungsart: Trockenfutter! Jedes Trockenfutter enthält min. 20% Stärke, manchmal sogar mehr. Diese Stärke wird im Dünndarm mit Hilfe des Enzyms Amylase und durch Darmsymbionten in Zucker umgewandelt, zur großen Freude der Giardien.

 

Wie hält man jetzt die Giardien in Schach?

Nun, der einfachste Weg ist eine intakte Darmflora. Es steht schon lange fest, dass sich 80% der Immunzellen im Darm befinden. Darm und Immunsystem sind also unabdingbar miteinander verbunden und somit auch voneinander abhängig. Ist der Darm gesund, können sich die Giardien nicht an die Darmwand ansaugen und werden auf natürlichem Wege ausgeschieden.

Ist aber die Darmflora und dadurch das Immunsystem geschwächt, kann es zu einer Vermehrung der Parasiten kommen. Eine Schwächung kann durch verschiedene Faktoren wie Stress, aber auch durch eine falsche Ernährung entstehen.

Im ersten Schritt, wird man um eine Behandlung beim Tierarzt nicht herumkommen. Um die Darmflora langfristig zu stabilisieren, sollte die Ernährung des Tieres auf ein hochwertiges Futter ohne Zucker, künstliche Zusatzstoffe (z. B. Geschmacksverstärker oder ähnliches) umgestellt werden. Zusätzliche kann man mit natürlichen Präparaten (z. B. PowerDarm von Anifit) die Darmflora wieder aufbauen.

TIPP: Besonders bei Welpen sollten man auf die Qualität des Futters achten, denn ein gesundes und stabiles „Fundament“ ist die beste Voraussetzung für ein gesundes Leben. Wird der Darm allerdings schon im jungen Alter geschädigt, kann dieses später zu Allergien oder anderen Krankheiten führen.

Meine eigene Erfahrung mit Giardien können Sie hier nachlesen.

 

Kastration

Kastrierte Rüden sowie Hündinnen neigen oftmals nach dem Eingriff zu einer Gewichtszunahme. Das hat mit dem veränderten Hormonspiegel zu tun, der nach einer Kastration sinkt. Die jetzt fehlenden Sexualhormone haben bisher den Stoffwechsel und Appetit reguliert. Darum haben kastrierte Hunde häufig einen erhöhten Appetit aber gleichzeitig einen geringeren Energiebedarf.

Viele meinen: dann setz ich das Tier jetzt einfach auf Diät um der Gewichtszunahme entgegen zu wirken. Wäre eine Möglichkeit… aber leider hat diese auch Nachteile. Zum einen schiebt ihr Tier permanent Hunger und zum anderen, was viel schlimmer ist, langfristig kann es zu einer Mangelerscheinung durch Nährstoffmangel kommen.

Gesünder und sinnvoller ist eine Umstellung auf ein hochwertiges Hundefutter, mit wenig Kalorien (energiearm). Die Futterumstellung sollte im Idealfall vor der Operation erfolgen, denn bereits zwei Tage nach der OP nimmt der Appetit zu und der Energiebedarf ab. So kann der Hund sich schon vor der OP an das neue Futter gewöhnen.

 

OCD

Diese Gelenkerkrankung entsteht bei jungen Hunden (4.-5 Lebensmonat), deren Skelettentwicklung gestört ist und betrifft in den meisten Fällen das Schultergelenk. In der Regel äußert sich die Erkrankung am Gangbild des Hundes. So kann sich das in Form von Lahmheit, Schmerzen, steifer Gang, Muskelschwund, Schonhaltung oder am ausdrehen des betroffenen Lauf (Pfote) zeigen.

Es wird davon ausgegangen, dass meistens eine genetische Veranlagung in Kombination mit einer Hormonstörung aber auch eine falsche Ernährung diese Störung im Wachstum verursachen kann. Bei den betroffenen Hunden war das Futter für ihr junges Alter oftmals zu energiereich und enthielt zu viel Kalzium. Das Wachstum wird dadurch beschleunigt, sodass es zu Verknöcherungen kommt.

Häufig kann OCD nicht geheilt werden, jedoch kann durch bestimmt Maßnahmen dem Hund ein nahezu schmerzfreies Leben ermöglicht werden. Eine dieser Maßnahmen wäre die Umstellung auf ein gesundes Hundefutter.

Wenn man OCD in einem frühen Stadium erkennt, kann sogar eine Futterumstellung mit einer dreimonatigen Bewegungseinschränkung dazu führen, dass das betroffene Schultergelenk ausheilt und es erst gar nicht zu der Erkrankung kommt.

 

Bildnachweis: caze, pixabay: katze-essen-tiernahrungrindfleisch-ribeye-steakrecycling-pfeile-kreislauf